2. Jahresband der ESSENZEN von Michael Stoll 

Erschienen im Januar 2018

 Bestellmöglichkeit

ESSENZEN Blau von Michael Stoll

Barbara

Hörbeispiel aus den ESSENZEN , gesprochen von der Schauspielerin Barbara Stoll --- hier:

 

(aus dem Vorwort von Jürgen Knobel)

Als Frucht jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit dem Sprachgeheimnis
des menschlichen Wortes - als seine raumzeitliche Spiegelung, sowohl des
inneren geistigen, wie des äußeren, gestalthaften Wirklichkeitsbereichs -
reifte das dichterische Werk von Michael Stoll zu einem Ausdruck
einzigartiger Form heran.

Aktuell findet es seinen Niederschlag in der Veröffentlichungsreihe der
„Essenzen“. Der Leser wird zur Wegbegleitung der jährlich erscheinenden
Resonanzereignisse des Dichters eingeladen. Der Interessierte bekommt die
Möglichkeit sich hineinnehmen zu lassen in die subtile Wahrnehmung
unterschiedlichster Augenblickereignisse, – aus einer Position höchster
Ruhe und konzentrierter Vergegenwärtigung.

Das zeichenreiche, abstrakt-philosophische Werk der „Essenzen“ vermittelt
dem Leser kaleidoskopartig Wortbilder die ihre Kraft aus einer befreiten,
unverbauten Natürlichkeit schöpfen. Darin reflektieren sie die
vielfältigen, ganz eigentümlichen Einflusssphären des Künstlers:
Das sensible Schauen auf die Außenräume des eigenen Lebenskreises, dem
skurrilen Spielfeld von Gesellschaft und Schicksal, die Faszination der
Natur...; Schließlich, die unterschwellige Frage nach dem letzten Sinn, -
und in zarten Untertönen die mögliche Antwort des Dichters darauf.

Das aufmerksame Hinhören in den Innenraum von eigen Erlebtem, Erfahrung von
Stärke und Zerbrechlichkeit, von Ergreifenwollen und Loslassenmüssen, von
gewonnenem Glück und verlorenen Kämpfen, von Zersplitterung altvertrauter
Welten zieht sich wie ein roter Faden durch eine Wortgestaltung, die
wie kaum eine andere aus der Unmittelbarkeit des Lebens fließt.

Der Autor offenbart sich darin als einen Suchender nach einer geahnten,

ersehnten, aber noch nicht völlig erreichten Seinshaltung; seine Texte
transportieren die Sehnsucht nach einer neuen, umfassenden Erfüllung und
stellen sich so als (Zeugnis-)Akt einer ganz persönlichen Suche und ihrer
Sequenzen dar.

Die natürliche Abstraktion der Dichtungen – und nichts anderes als
Dichtung im ehrlichsten Sinne wollen die „Essenzen“ sein, deckt sich oft
mit der Symbolsprache archetypischer Bilder. Naturstimmungen, Atmosphäre
schaffende vertraute Formen werden zitiert, ohne dass der Leser sich an
allzu Konkretem, Gekanntem, festhalten kann.

Jeder Versuch, es sich in den Texten gemütlich zu machen, entgleitet an
seiner Subtilität, seinem Fluss und provozierenden Kryptik; es ist das
'Gewand', in dem die Dichtung in einer transformierten, neuen
mythologischen Gewandtheit an den Leser herantritt.
Michael Stoll spielt in seiner Dichtung bewusst wie intuitiv mit
archetypischen Sprachausdrücken, Wortstimmungen, Wort-Symbolen, - mit
Impressionen und Streiflichtern, die immer wieder um- und wegzukippen
drohen, und ganz unvorhergesehene Metamorphosen durchlaufen.

Der Dichter führt den Leser so über seine Lese- und Hörgewohnheiten
hinaus, um ihn in die Stimmung und Gedanken der „Essenzen“ einschwingen
zu lassen und ihm unerwartete Wahrnehmungs- und Verstehensräume zu
öffnen.

 

Jürgen Knobel, Eremitage St. Bernhard

 

Bestellung --- Tredition oder Amazon